Mittelalter1280

Maestà (Die Jungfrau mit Kind und sechs Engeln)

Cimabue

Das Auge des Kurators

"Der architektonisch komplexe Thron und die Individualisierung der Engelsgesichter."

Ein monumentales Meisterwerk der Maniera Greca, das den Übergang von byzantinischer Strenge zum aufkommenden italienischen Humanismus markiert.

Analyse
Cimabues Maestà ist ein Schlüsselwerk der westlichen Kunstgeschichte und repräsentiert den Höhepunkt des byzantinischen Stils in Italien. Das für die Kirche San Francesco in Pisa geschaffene Altarbild bewahrt die heilige Hierarchie, führt jedoch eine neue physische Präsenz ein. Die monumentale Darstellung der Jungfrau Maria als Hodegetria (Wegweiserin) bricht mit der flachen Symbolik des Mittelalters. Der Thron ist hier kein flaches Attribut mehr, sondern ein dreidimensionales Bauwerk, das versucht, einen Raum im ewigen Goldgrund zu behaupten. Die stilistische Analyse offenbart Cimabues Meisterschaft in der Verwendung der Chrysographie (Goldhöhung der Gewandfalten), die dem Körper unter dem Stoff Volumen verleiht. Im Gegensatz zu früheren starren Ikonen zeigen die Gesichter der sechs Engel eine Sanftheit und Melancholie, die den Wunsch verraten, die menschliche Psychologie zu erkunden. Der Blick Marias, der direkt auf den Betrachter gerichtet ist, fordert keine Intimität, sondern erzwingt eine überwältigende göttliche Präsenz, die durch den massiven Goldgrund als Symbol für das ungeschaffene Licht des Paradieses verstärkt wird.
Das Geheimnis

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Institution

Musée du Louvre

Standort

Paris, Frankreich